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Active ETF – die Grundlagen

Produkte 05.11.2025


Aktive ETFs erfreuen sich in Europa zunehmender Beliebtheit. Als eines der am schnellsten wachsenden Segmente im Asset Management sprechen sie sowohl private als auch institutionelle Anleger an. Doch was genau sind aktive ETFs und wie funktionieren sie?

Auf dieser Seite erhalten Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zu aktiven ETFs.

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Was ist ein aktiver ETF?

ETF steht für Exchange Traded Fund. Das heißt, es geht um Produkte, die unabhängig von ihrer Anlagestrategie an der Börse gehandelt werden. Kurz gesagt: Der ETF ist lediglich eine Hülle, und der Inhalt selbst ist unabhängig vom Vehikel.

Ein aktiver ETF ist ein börsengehandelter Fonds, bei dem der Portfoliomanager aktiv Wertpapiere mit dem Ziel auswählt, die Benchmark zu übertreffen. Damit unterscheidet er sich von einem passiven ETF, der lediglich einen Index nachbildet. Bei einem aktiven ETF handelt es sich also um eine aktive Anlagestrategie in einem ETF-Mantel.


Wie unterscheiden sich aktive ETFs von einem Investmentfonds oder passiven ETFs?


Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen aktiven ETFs und Smart-Beta-ETFs?

Management
Aktive ETFs werden aktiv von Portfoliomanagern verwaltet. Diese wählen die Anlagewerte aus und passen die Bestände mit dem Ziel an, eine Benchmark übertreffen zu können. Smart-Beta-ETFs hingegen setzen auf eine hybride, d.h. eine teilaktive, Strategie. Ziel ist hier, ihre Benchmark zu optimieren, indem sie einen etwas stärkeren Fokus auf Faktoren wie Value und Wachstum legen oder die Gewichtung einzelner Anlagesegmente anpassen.

Tracking Error
Smart-Beta-ETFs weisen nur einen niedrigen bis mittleren Tracking Error auf, da sie weiterhin an einen Index gebunden sind. Bei aktiven ETFs ist der Tracking Error höher, da die Portfoliomanager ihre Anlageentscheidungen diskretionär, d.h. nach eigenem Ermessen, treffen.

Gebühren
Der regelbasierte Ansatz von Smart-Beta-ETFs erfordert weniger menschliche Eingriffe. Daher fallen üblicherweise niedrigere Gebühren an als bei aktiven ETFs.


Was sind die Vorteile eines aktiven ETFs?

Zugang zu Fondsmanagement-Expertise
Investoren erhalten Zugang zum Know-how, der Erfahrung und der Entscheidungskompetenz von Anlagespezialisten, was sich möglicherweise in einer Outperformance niederschlagen kann.

Flexibilität
Die Portfoliomanager können entsprechend den Marktbedingungen in Echtzeit aktiv Anlagewerte auswählen, das Portfolio anpassen und auf diese Weise schnell sich ergebende Chancen ergreifen oder auf sich abzeichnende Risiken reagieren.

Kosteneffizienz
Sie weisen aufgrund niedrigerer Management- und Vertriebsgebühren in der Regel vorteilhaftere Kosten auf als Investmentfonds.

Intraday-Handel
Aktive ETFs bieten Preisstellung und Liquidität jeweils in Echtzeit. Sie werden wie Aktien gehandelt.

Transparenz
Die meisten aktiven ETFs legen ihre Bestände täglich offen, was eine einfache Überwachung und Risikobewertung durch die Anleger ermöglicht. Eine tägliche Offenlegung gegenüber den Market-Makern ist notwendig, um bessere Preise sowie engere Spreads zu ermöglichen.

Aktives Risikomanagement
Aktive ETFs bieten den Vorteil eines dynamischen Risikomanagements. So können die Portfoliomanager — anders als bei passiven ETFs, die einen bestimmten Index nachbilden — hier das Risikoprofil des Fonds anpassen.

ESG
Passive ETFs bilden einen Index nach. Die Berücksichtigung von ESG-Kriterien ist daher abhängig vom jeweils zugrunde liegenden Index. Das aktive Management bei aktiven ETFs oder Investmentfonds ermöglicht es Portfoliomanagern dagegen, ESG-Kriterien in Echtzeit auf das Portfolio anzuwenden. So kann unmittelbar auf Kontroversen oder regulatorische Änderungen mit Anpassungen reagiert werden.

Steuerliche Vorteile
ETFs mit Domizil in Irland können steuerliche Vorteile bieten. Anleger sollten sich für weitere Informationen an ihren Steuerberater wenden.


Was sind die Hauptrisiken eines aktiven ETFs?

Die Risiken aktiver ETFs sind mit den Risiken aktiv verwalteter Investmentfonds vergleichbar. Sie können den folgenden Risiken ausgesetzt sein:

Risiken in Verbindung mit diskretionärer Verwaltung
Wertentwicklung und Anlageerfolg eines aktiven ETFs sind abhängig von den Fähigkeiten und dem Fachwissen des Portfoliomanagers. Treffen diese ungünstige Entscheidungen, kann sich dies entsprechend negativ auf die Performance auswirken.

Klumpen-/Konzentrationsrisiko
Ein Portfoliomanager entscheidet sich unter Umständen dazu, seine Anlagen auf eine kleinere Anzahl von Wertpapieren oder Sektoren zu beschränken. Diese geringere Diversifizierung kann zu höheren Verlusten führen.

Liquidität
Die Liquidität eines aktiven ETFs ist in erster Linie abhängig von den zugrundeliegenden Vermögenswerten. Je nach den im aktiven ETF vertretenen Vermögenswerten kann es sich als schwierig erweisen, diese in Krisenphasen an den Märkten zu verkaufen. Darüber hinaus braucht es Market Maker, um den Handel mit ETF-Anteilen zu erleichtern. Bei geringerer Market-Maker-Aktivität verringert sich auch die Liquidität eines aktiven ETFs.

Es können weitere Risiken hinzukommen, zum Beispiel Aktienrisiken, Zinsrisiken oder Kreditrisiken.


Welche Rolle kann ein aktiver ETF in einem Portfolio spielen?

Aktive ETFs sind in der Allokation vielseitig einsetzbar: als aktives Kernportfolio, als themen- oder segmentorientierte Satellitenstrategie oder als taktisches Instrument, um rasch auf sich ändernde Marktbedingungen zu reagieren.

Für Anleger, die eine aktive Strategie, aber auch den Komfort der ETF-Struktur wünschen, könnten aktive ETFs eine interessante Option sein. Die Daten zeigen, dass Anleger zunehmend aktive ETFs wählen, entweder als Ersatz für oder als Ergänzung zu passiven Strategien.


Welche Kriterien sollte ein Anleger bei der Suche nach einem aktiven ETF berücksichtigen?

Anleger sollten sich vor einer Anlage in einen aktiven ETF unbedingt mit den regulatorischen Dokumenten (KID, Verkaufsprospekt) vertraut machen, um sich insbesondere mit den wesentlichen Merkmalen des Fonds, der Anlagestrategie, den angewandten Due-Dilligence-Verfahren, dem Anlagehorizont und dem Risikoprofil vertraut zu machen. Bei passiven ETFs konzentrieren sich die Due-Diligence-Teams vor allem auf Aspekte wie Liquidität, Spreads und Steuervorteile. Im Fokus der Due-Diligence-Teams aktiver Investmentfonds stehen die Anlagestrategie, historische Anlageergebnisse sowie Investitionsmöglichkeiten. Da aktive ETFs die Eigenschaften eines ETFs mit einer aktiven Anlagestrategie verbinden, sollten Anleger jeweils beides in ihrer Analyse berücksichtigen.